Februar 12, 2024

Typo3 vs. WordPress

Ist WordPress schlechter als Typo3?

WordPress ist aufgrund seiner enormen Verbreitung ein attraktives Ziel fĂŒr Angreifer. Dennoch ist WordPress dank seiner Open-Source-Natur und der reaktionsschnellen Community eines der sichersten Systeme ĂŒberhaupt. Das System wird regelmĂ€ĂŸig aktualisiert, um SicherheitslĂŒcken zu schließen. Doch aufgrund seiner Beliebtheit erfordert WordPress auch regelmĂ€ĂŸige Wartung. Im Vergleich zu Typo3 oder Joomla gibt es hĂ€ufiger Updates, was eine gewisse WartungsintensitĂ€t mit sich bringt.

Dass WP-Seiten so oft gehacked werden, fĂŒhrt zu einem gewissen Imageschaden von WP. Allerdings liegt die Verantwortung nicht bei WordPress (dem System) selbst, sondern bei den Administratoren der Websites. Hier ist vor allem Faulheit oder Nichtwissen zu nennen. Insbesondere Nutzer von Typo3 neigen oft dazu, auf WordPress-Nutzer herabzublicken. Typo3 ist zweifellos ein solides, sicheres und flexibles System, aber es gibt nur wenige Alleinstellungsmerkmale, die es einzigartig machen. Alles, was mit Typo3 möglich ist, kann auch mit WordPress umgesetzt werden, jedoch nicht immer umgekehrt. Die Anbindung an externe Systeme kann mit WP sehr aufwĂ€ndig sein.

Lassen Sie uns nun die Vor- und Nachteile beider Systeme genauer betrachten:

  1. Zweck und Zielgruppe: WordPress wurde ursprĂŒnglich als Blogging-Plattform entwickelt, hat sich aber zu einem vielseitigen Content-Management-System (CMS) weiterentwickelt. Es eignet sich fĂŒr verschiedene Arten von Websites, von einfachen Blogs bis hin zu komplexen Unternehmensseiten und E-Commerce-Lösungen. Typo3 hingegen ist ein leistungsstarkes Enterprise-CMS, das fĂŒr große und komplexe Websites konzipiert wurde. Es richtet sich vor allem an Unternehmen, Organisationen und Institutionen mit umfangreichen Anforderungen an Skalierbarkeit, Mehrsprachigkeit und Sicherheit.
  2. Benutzerfreundlichkeit: WordPress ist bekannt fĂŒr seine Benutzerfreundlichkeit und einfache Handhabung, wĂ€hrend Typo3 aufgrund seiner KomplexitĂ€t und seines Funktionsumfangs eine steilere Lernkurve aufweist. Typo3 erfordert Expertenwissen.
  3. FlexibilitĂ€t und Erweiterbarkeit: WordPress bietet eine breite Auswahl an Themes und Plugins, die es ermöglichen, die FunktionalitĂ€t der Website zu erweitern und das Design anzupassen. Typo3 bietet ebenfalls hohe FlexibilitĂ€t und Anpassungsmöglichkeiten, ist jedoch besser fĂŒr komplexe Anforderungen geeignet. FĂŒr normale Webprojekte ist Typo3 oftmals overpowerd
  4. Sicherheit und Support:  WordPress ist aufgrund seiner PopularitĂ€t anfĂ€lliger fĂŒr Sicherheitsprobleme, bietet jedoch eine starke Community und schnellen Support. Typo3 wird oft fĂŒr seine hohe Sicherheit und StabilitĂ€t gelobt und bietet professionellen Support durch die Entwicklergemeinschaft. WP ist sehr sicher, hat aber auf Grund der Beliebtheit eben seine Anforderungen. Eine Typo3-Instanz kann oft automatisch ĂŒber viele Jahre hinweg fehlerfrei funktionieren. WP erfordert mehr Einsatz bei der Wartung. Das ist einfach so!
  5. Kosten: Beide Systeme sind Open Source, aber die Kosten können je nach individuellen Anforderungen und Supportbedarf variieren. In der Regel ist die Realisierung eines Typo3-Projekts kostspieliger aufgrund der lĂ€ngeren Lernkurve und des höheren Bedarfs an technischem Know-how. Gerade beim Long Term support, kann die Wartung von Typo3-Projekten teuer werden. Da es wenige Typo3-Experten gibt sind die Kosten in der Regel fĂŒr Ausbau und Wartung von Typo3-Instanzen teurer.
  6. InteroperabilitÀt: Hier hat Typo3 eher die Nase vorn. Es kann an ERPs wie SAP angebunden werden, was mit WP nicht so einfach möglich wÀre
  7. Rechteverwaltung: Gerade bei der Rechteverwaltung ist Typo3 unĂŒbertroffen. Wenn Teams an der Website arbeiten mit mehr als 2 unterschieldichen Berechtigungen, dann hat WP hier das Nachsehen.
  8. Code QualitÀt: Typo3 hat auch in diesem Punkt die besseren Argumente, wÀhrend zu sagen ist, dass auch WP in dieser Beziehung nachzieht.

Vor allem das Budget spielt eine entscheidende Rolle. Im Normalfall ist die Realisierung eines Typo3-Projektes sehr viel kostenintensiver als eine Realisierung mit WP. Das liegt vor allem an dem Know-How welches erforderlich ist Typo3 perfekt zu beherrschen. Typo3 erfordert eine lange Lernkurve und wenn auch Typo-Script beherrscht werden soll, dann dauert es sicher einige Monate oder Jahre, bis jemand 100% fit fĂŒr Typo3 ist. Aus diesem Grund gibt es viele auf Typo3 spezialisierte Agenturen, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind nicht gĂŒnstig.

Bei WP lag der Fokus von Anfang an auf der einfachen Bedienbarkeit. Selbst ohne eine Zeile Code geschrieben zu haben, lassen sich mit WP sehr professionelle Ergebnisse erzielen. Der sehr große Umfang von Plugins fĂŒr WP fĂŒhrte frĂŒher oder spĂ€ter dazu, dass sich Agenturen oder auch User auf bestimmte Themes oder Plugins spezialisierten. Bevor alle Möglichen von z.B. Elementor oder auch Avada ausgeschöpft werden können, ist auch hier eine lĂ€ngere Lernkurve erforderlich. Das Plugin-Angebot bei WP ist um GrĂ¶ĂŸenordnungen umfangreicher als bei Typo3. Vor allem sind die Preise fĂŒr WP-Plugins oder Themes viele niedriger.

Den wirklichen Unterschied zwischen Typo3 und WP kann nur erklĂ€ren, wer beide Systeme einsetzt und kennt. Typo3 wird oft bei sehr großem Unternehmensseiten eingesetzt. Vor allen die native UnterstĂŒtzung fĂŒr Mehrsprachigkeit ist ein großer Vorteil, der sich nur aufwĂ€ndig mit Plugins bei WP realisieren lĂ€sst. Mit der eigenen Sprache „Typo-Script“ lassen sich sehr exakte Anwendungsmöglichkeiten erstellen.

Wer auf die Kosten schauen muss, wird sich wohl eher fĂŒr WP entscheiden. Wenn WP gut gewartet wird, dann gibt es damit auch in Hinsicht der Cybersicherheit keine Probleme. WP-Entwickler können auch mit PHP so ziemlich alle Anforderungen erfĂŒllen, aber dann kommen wir auch in den Bereich „teuer“.

Abschließend lĂ€sst sich sagen, dass die Wahl zwischen WordPress und Typo3 von den spezifischen Anforderungen, dem Budget und den FĂ€higkeiten des Benutzers abhĂ€ngt. Beide Plattformen haben ihre Vor- und Nachteile und sind fĂŒr unterschiedliche Einsatzzwecke geeignet. Trotzdem ist WordPress aufgrund seiner schlankeren Natur und seiner niedrigeren Lernkurve oft die bevorzugte Wahl fĂŒr kleinere und mittlere Projekte, wĂ€hrend Typo3 fĂŒr grĂ¶ĂŸere Unternehmensprojekte besser geeignet ist. Die QualitĂ€t ist von beiden hervorragend.

Published On: Februar 12th, 2024Categories: Allgemein, Webmaster, Wolfram Consult BlogTags: , , Views: 16